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Forschungsstelle Bankrecht und Bankpolitik

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Finanzen- und Bankenkolloquien

Im Rahmen der Finanzen- und Banken-Kolloquien präsentieren und analysieren hochrangige VertreterInnen aus Wissenschaft und Praxis aktuelle finanz- und bankbetriebswirtschaftliche Themen.

​Auswirkungen des Brexit auf international tätige Großbanken (11.12.2018) Einklappen

Gastvortrag: Thomas Falk (CRO) – Citigroup Global Markets Europe AG


Mit dem Referendum Mitte 2016 hat das Vereinigte Königreich seinen Austritt aus der Europäischen Union in Gang gesetzt. Für die dort ansässigen britischen Finanzinstitute, aber vor allem für Banken aus Drittstaaten, bedeutet der potentielle Verlust des „Europäischer Passes“ eine nachhaltige Beeinträchtigung der Geschäftstätigkeit auf dem europäischen Festland.

In seinem Vortrag adressierte Herr Thomas Falk als Risikovorstand (CRO) der Citigroup Global Markets Europe AG (CGME) und Mitglied des Vorstandes des Verbands der Auslandsbanken in Deutschland e.V. diesen Sachverhalt. Studierende der Vertiefungsrichtung Finanzen und Banken der wirtschaftswissenschaftlichen Studiengänge der Universität Bayreuth sowie weitere interessierte Gäste konnten somit Informationen aus erster Hand zu diesem sehr aktuellen Thema erhalten. Neben einem Resümee der Austrittsverhandlungen und möglicher Austrittsszenarien veranschaulichte Thomas Falk eindrucksvoll, welche Anstrengungen von ausländischen Instituten im Allgemeinen und der CGME im Speziellen unternommen werden müssen, um auch für einen „harten Brexit“ vorbereitet zu sein. Das Verständnis für diese facettenreiche Problematik wurde dabei insbesondere durch die überzeugende Darstellung der unterschiedlichen Aspekte des Geschäftsmodells von Banken wesentlich gefördert.

In der sich daran anschließenden Fragerunde konnten die Höher ihre Fragen zusammen mit dem Referenten diskutieren und so praxisnahe Auskünfte über die Auswirkungen des Brexit auf die Finanzindustrie erhalten.

Drei Jahre Bankenunion - Die Rolle der bankgeschäftlichen Prüfungen für die Finanzstabilität (09.05.2018)Einklappen

Gastvortrag: Dr. Thomas Dietz, Leiter des Referats Bankgeschäftliche Prüfungen, Deutsche Bundesbank, Hauptverwaltung in Berlin und Brandenburg.

Im Jahre 2014 übertrugen die Mitglieder der Europäischen Union weitreichende Kompetenzen im Bereich der Finanzaufsicht, der Sanierung und Abwicklung von Kreditinstituten auf supranationale Institutionen. Herr Dr. Dietz nahm das nun dreijährige Bestehen der Bankenunion zum Anlass, diese wichtige Thematik aufzugreifen und vor Studierenden der Universität Bayreuth sowie Fachvertretern in den Kontext der Bankgeschäftlichen Prüfungen zu setzen. Der Vortrag fand im Rahmen der Bayreuther Finanzmarktseminare der Forschungsstelle für Bankrecht und Bankpolitik in Kooperation mit der Fachinitiative FACT-Alumni statt.

Die Regulierung von Banken zählt aktuell mit zu den umfassendsten Themenbereichen in der Praxis. Gleiches gilt für die Vermittlung dieser Inhalte im universitären Lehrbetrieb. In seinem anregenden und klar strukturierten Vortrag bezog der Referent immer wieder das Publikum aktiv ein. Auf diesem Wege konnte Dr. Dietz den Hörern fundamentale Sachverhalte wie die Aufgabenteilung zwischen nationalen Behörden und der EZB sowie deren Zuständigkeiten, Inhalte des Basler Rahmenwerks und einschlägiger EU-Verordnungen/Richtlinien und schließlich die Rolle der Prüfung hinsichtlich der Finanzstabilität näherbringen.

In der sich anschließenden Diskussion wurden weitere Fragen aus dem Plenum behandelt und ein Ausblick auf sich ankündigende Entwicklungen gegeben.

Theorie versus Praxis bei Zins-, Währungs- und Kreditrisiken (23.5.2016)Einklappen

Gastvortrag: Dr. Roland Weinfurtner, Managing Director, Debt Capital Markets, Deutsche Bank AG, Frankfurt am Main.

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Die Aktivitäten des finanzwirtschaftlichen Risikomanagements haben in den vergangenen Jahren nicht nur wegen entsprechender institutioneller Anforderungen, sondern auch wegen ihrer besonderen Relevanz zur Steigerung des Unternehmenswertes bei Unternehmen des nichtfinanziellen Sektors erheblich an Bedeutung gewonnen. Im Bereich Corporate & Investment Banking der Deutschen Bank AG werden unter anderem derivative Instrumente zur Steuerung solcher typischer Unternehmensrisiken konzipiert. Dr. Roland Weinfurtner stellte in seinem Vortrag im Bayreuther Finanzen und Banken-Kolloquium am 23. Mai 2016 insbesondere Swap-Konstruktionen zur gezielten Steuerung von Zins-, Währungs- und Kreditrisiken in Unternehmen vor.

Den überwiegend studentischen 140 Zuhörern brachte Dr. Weinfurtner die komplizierte Materie anhand von Fallbeispielen anschaulich näher. So stellte er die Absicherung einer variablen Finanzierung mit einem Zins-Swap mit konkreten Daten dar und ging dabei insbesondere auf Vertragsgestaltungen aufgrund des aktuellen Niedrigzinsumfelds mit möglichen negativen Zinsen ein. Die Relation zum theoretischen Hintergrund der Geschäfte wurde zum einen mit der Referenz auf die notwendige modelltheoretische Preisfindung gezogen. Weiter wurde auch auf neuere Entwicklungen in der Ausgestaltung der außerbörslichen derivativen Märkte eingegangen, die sich in etwaigen Anpassungen durch die European Market Infrastructure Regulation  EMIR zeigt.

Besonderen Wert legte Dr. Weinfurtner in seinem lebendigen Vortrag auf das Zins-Währungsrisikomanagement mit Swaps. Fremdwährungsrisiken resultieren aus der Ungewissheit, in welche Richtung und in welchem Ausmaß sich die Austauschverhältnisse zwischen den Währungen im Zeitablauf verändern bzw. in welchem Umfang Behinderungen des internationalen Devisen- und Kapitaltransfers auftreten. Damit müssen nicht nur Unternehmen, die in unterschiedlichen Währungs- und Wirtschaftsgebieten tätig sind, Währungsrisiken als Komponente des allgemeinen Geschäftsrisikos berücksichtigen. Dr. Weinfurtner präsentierte beispielhafte Konditionen einer Auslandsfinanzierung in Britischen Pfund sowie dazu gehörende Market Quotes und konnte damit die möglichen Zahlungswirkungen solcher Geschäfte in verschiedenen Variationen aufzeigen. Für die Studentinnen und Studenten, die im Sommersemester 2016 eine Mastervorlesung über Risikomanagement absolvierten, war dieses „Expertenwissen aus erster Hand“ eine sehr gelungene Erweiterung und Ergänzung.

Moody’s New Bank Rating Methodology (24.11.2015)Einklappen

Gastvortrag: Alexander Hendricks, CFA, Associate Managing Director, und Bernhard Held, CFA, Assistant Vice President, beide: Moody’s Investors Service, EMEA Banking, Frankfurt am Main.

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Dem Rating als skalierte und standardisierte Bonitätsbeurteilung kommt auf den Finanzmärkten eine ganz erhebliche Bedeutung zu. Umso wertvoller für die Studierenden wie auch die Praxispartner des Lehrstuhls war es deshalb, dass im Wintersemester 2015-16 Experten von Moody’s Investors Service im Finanzen und Banken-Kolloquium begrüßt werden konnten. Moody's ist eine der großen und weltweit führenden Rating-Agenturen, die unter anderem, Ratings und Risikoanalysen zu Anleihen und deren Emittenten veröffentlicht. Die beiden Referenten Alexander Hendricks und Bernhard Held präsentierten das neue Moody’s-Rating-Verfahren zur Bonitätseinschätzung von Banken.

Die Entwicklung und Etablierung einer neuen, standardisierten Rating-Methode für den Bankensektor ist bei Moody’s auch eine Reaktion auf die Lehren aus der internationalen Finanz- und Bankenkrise. Anspruch ist es, die gestiegenen und sich weiter verändernden Anforderungen an den Bankensektor in den Rating-Urteilen geeignet zu erfassen. Alexander Hendricks und Bernhard Held haben in ihrem Vortrag deshalb sehr aufmerksam die Philosophie und grundsätzliche Struktur des Rating-Verfahrens aufgezeigt. Den Ausgangspunkt und in gewisser Weise das Fundament bildet das sogenannte Baseline Credit Assessment (BCA), auf das die Referenten demzufolge zunächst eingingen. Im BCA wird zunächst die Situation der Bank „an sich“ beurteilt, d. h. im Kern die Wahrscheinlichkeit, dass diese aus Solvenz- oder Liquiditätsgründen auf externe Unterstützung angewiesen sein wird. Dazu werden in drei Schritten das Makroumfeld, die finanzielle Solidität der Bank und schließlich geeignete qualitative Faktoren erfasst. Im Anschluss an die BCA-Einstufung geht das Rating-Verfahren dann über in die Analyse der „Einbettung“ der Bank beispielsweise in Konzern- oder Verbundstrukturen bis hin zur Berücksichtigung des potenziellen Auffangens durch staatliche Institutionen.

Das wesentliche neue Element der Moody’s Bankenmethodik ist die „Loss Given Failure Analyse“, in deren Rahmen die Rating-Agentur in Abhängigkeit von der institutsspezifischen Verbindlichkeiten- und Kapitalstruktur die erwartete Verlustschwere für die unterschiedlichen gerateten Verbindlichkeitsklassen ermittelt.

Wertvoll für die Zuhörer war der hohe Informations- und Detaillierungsgrad der Erläuterungen. Immer wieder zeigten die Referenten anhand von Beispielen – und besonders beeindruckend auch an einer Fallstudie – die Auswirkungen der Risikoanalysen und die Sensitivität des Rating-Urteils auf. Die hohe Relevanz und Aktualität des Themas zeigte sich auch darin, dass die üblich Fragerunde in sich noch anschließende kleinere Diskussionsrunden ausgedehnt bzw. fortgesetzt wurde.

Public-to-Private aus Sicht des M&A-Beraters (16.6.2015)Einklappen

Gastvortrag: Dirk Liedtke, Managing Partner, und Jörg Brunner, Executive, beide: Mummert & Company Corporate Finance, München.

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Gastredner im Finanzen und Banken-Kolloquium am 16. Juni 2015 waren Dirk Liedtke und Jörg Brunner von der international tätigen M&A-Beratung Mummert & Company von deren Münchner Standort. Mummert & Company setzen ihre Beratungsschwerpunkte auf mittelständische Unternehmen bei Unternehmenskauf und Unternehmensverkauf, Finanzierung, Secondaries und Insolvenzen bzw. Restrukturierung gelegt. Passenderweise war das Kolloquium in diesem Sommersemester 2015 in die Vorlesung „Unternehmensfinanzierung und Kapitalmarkt“ eingebettet, die sich in weiten Teilen ausdrücklich mit den Themen des Going Public und des Going Private sowie entsprechende Finanzierungslösungen beschäftigt.

Ausgehend von den Volumina öffentlicher Übernahmen in Deutschland stellten die Referenten zunächst die Motivationen für Public-to-Private-Transaktionen der beteiligten Interessengruppen dar. Besonders eindrucksvoll und für das Auditorium gut nachvollziehbar war die detaillierte Analyse einer Fallstudie, nämlich der Übernahme der W.E.T. Automotive Systems AG, einem Hersteller von Fahrzeugsitzheizungssystemen, durch den an der NASDAQ gelisteten Konkurrenten Amerigon (jetzt: Gentherm Europe GmbH). Die im Zeitablauf sich abwechselnden Finanzierungsphasen auch unter Nutzung spezieller Instrumente wie beispielsweise einem Debt-Equity-Swap mündeten schließlich im Februar 2013 in einem Squeeze-out und dem Delisting der W.E.T. Automotive Systems.

Öffentliche Übernahmetransaktionen erfordern nicht nur solide definierte Prozessabläufe, sondern sind immer auch in rechtliche Rahmenbedingungen eingebettet. Diese institutionellen Bedingungen stellten Dirk Liedtke und Jörg Brunner am Ende Ihres Vortrags heraus, womit sie dann in die abschließende Diskussionsrunde überleiten konnten, in der die Zuhörer noch offene Fragen klären und weitere Informationen einholen konnten.

Kreditrisikomanagement von FinanzinstitutenEinklappen

Gastvortrag: Dr. Kordula Oppermann, Partner, Audit Financial Services, KPMG AG, München.

Referentin im Bayreuther Finanzen und Banken-Kolloquium im Sommersemester 2014 war Dr. Kordula Oppermann. Sie ist Partner bei der KPMG AG, einem der weltweit führenden Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen. International ist KPMG in 156 Ländern vertreten, im Geschäftsjahr 2012 erwirtschafteten in Deutschland 8.600 Mitarbeiter an über 20 Standorten einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro.

In ihrem Vortrag zum Kreditrisikomanagement von Finanzinstituten stellte Dr. Kordula Oppermann einführend den Kreditbegriff des Kreditwesengesetzes dar, strukturierte die mit dem Kreditbegriff verbundenen Risiken und lieferte eine charakterisierende Übersicht zu der Vielzahl möglicher Kreditarten. Den breiten Raum ihrer Präsentation nahm das Kreditrisikomanagement ein. Zunächst führte sie den Hörern eindrucksvoll das anspruchsvolle regulatorische Rahmenwerk vor Augen, indem sie das aufsichtsrechtliche Instrumentarium der sog. MaRisk, der Mindestanforderungen an das Risikomanagement skizzierte.

Den weiteren Verlauf ihrer Präsentation strukturierte Frau Dr. Oppermann in das Kreditrisikomanagement auf Einzeltransaktionsebene und in das Kreditrisikomanagement auf Portfolioebene. Dabei zeigte sie insbesondere den relativ hohen quantitativen Anspruch bei der Steuerung von Kreditrisiken im Portfolio auf. Dem Vortrag folgte eine rege Diskussion, bei der die rund 120 studentischen Zuhörer weiter vom Expertenwissen der Referentin profitieren konnten.

Eigenkapitalfinanzierung und Börsennotierung am Beispiel der telegate AG (18.6.2013)Einklappen

Gastdozent: Ralf Grüßhaber, Finanzvorstand (CFO) telegate AG, Martinsried bei München.

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Informationen aus erster Hand: Ralf Grüßhaber, CFO der telegate AG referierte am 15. Januar 2014 im Rahmen des Finanzen und Banken-Kolloquiums an der Universität Bayreuth zum Thema Eigenkapitalfinanzierung und Börsennotierung. Die telegate AG hat sich nach ihrer Gründung 1996 und dem Börsengang 1999 am damaligen Neuen Markt zum zweitgrößten deutschen Anbieter für regionale Werbung und Telefonauskunft im B2C- (Business to Consumer – wer kennt nicht den Werbespruch „da werden Sie geholfen!“) – und später B2B- (Business to Business) Bereich entwickelt. Einblicke in diese Erfolgsgeschichte gepaart mit der beruflichen Expertise Grüßhabers machten den gelungenen Vortrag vor rund 400 Interessierten aus.

Vor dem Hintergrund der vielfältigen Finanzierungsalternativen von Unternehmen für ihr operatives Geschäft – seien es nun Finanzierungen mittels Eigenkapital (Initial Public Offerings, Private Equity, Venture Capital), Fremdkapital (Anleihen, Genussscheine) oder alternative Formen (Mezzanines Kapital, Factoring) – ist deren Auswahl laut Grüßhaber auf Basis einiger zentraler Anforderungen von besonderer Bedeutung: So sind Finanzierungsentscheidungen zum einen zwingend mit dem dazugehörigen Geschäft zu verzahnen. Zum anderen muss eine Finanzierung der Gesellschaft ein vorher definiertes Maß an Flexibilität erlauben, um auch auf neue Gegebenheiten reagieren zu können. Schließlich sind im Vorfeld unterschiedliche Szenarien zu berücksichtigen bzw. zu testen, um die Auswirkungen von Finanzierungsentscheidungen auch unter Stress abbilden zu können. Dabei gibt es nicht die einzig richtige Finanzierungsform, die sich für alle Unternehmen gleichsam optimal darstellt. Die verfügbaren Finanzierungsmodule sind vielmehr individuell an die jeweiligen Erfordernisse anzupassen und das daraus resultierende Finanzierungsrisiko den Geschäftsrisiken gegenüberzustellen. Ralf Grüßhaber betonte, dass es eine vor den genannten Anforderungen getroffene Finanzierungsentscheidung erlaubt, auch in Krisenzeiten das Fortbestehen eines Unternehmens zu sichern.

Der Vortrag veranschaulichte zudem, wie die telegate AG im Zeitverlauf unterschiedliche Eigenkapitalfinanzierungsformen anwandte: Als Start-up nutzte das Unternehmen zunächst eine Venture Capital-Finanzierung und wurde durch die Investoren bereits drei Jahre nach der Gründung erfolgreich an die Börse gebracht. Die im Zuge der dotcom-Krise drohende handelsrechtliche Überschuldung musste abgewendet und eine Restrukturierung mittels Debt-Equity-Swap umgesetzt werden. In diesem Zeitraum beteiligten sich auch Private Equity-Unternehmen am Mehrheitsgesellschafter der telegate AG. Im weiteren Verlauf ging Ralf Grüßhaber auf den aktienrechtlichen Squeeze-out der von der telegate AG akquirierten klicktel AG ein und erläuterte dessen Hintergründe wie auch die mit den Anfechtungsklagen sowie dem Spruchverfahren einhergehenden Problemstellungen. Aus seiner Erfahrung als CFO betonte er, dass bei all‘ diesen Maßnahmen insbesondere eine externe Rechts- bzw. Corporate Finance-Beratung sowie ein stringentes Projektmanagement erfolgskritische Faktoren darstellen, um das angestrebte Ergebnis zu erreichen und den Zeit- und Kostenrahmen einzuhalten.

Im Anschluss an den Vortrag nahmen die Hörer intensiv von der Gelegenheit Gebrauch, Ralf Grüßhaber Fragen zu seinem praxisrelevanten Vortrag zu stellen und diese rege mit ihm zu diskutieren.

Private Equity-Investitionen in mittelständischen Unternehmen in der Krise (18.6.2013)Einklappen

Gastdozent: Kai Brandes, Managing Partner CMP Capital Management-Partners, Berlin.

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Am 18. Juni 2013 informierte Kai Brandes, Managing Partner bei CMP Capital Management-Partners, im Rahmen des Finanzen und Banken-Kolloquiums eine erfreulich große Zuhörerschaft von Studierenden und Praxisvertretern über die Finanzierungsform Private Equity bei mittelständischen Unternehmen im Krisenfall. Die von Kai Brandes vertretene Capital Management-Partners Gesellschaft gilt dabei als Pionier von Turnaround-Investments in Deutschland und hat sich auf die Restrukturierung von notleidenden mittelständischen Unternehmen spezialisiert.


Private Equity beschreibt – in Abgrenzung zu einer Public Equity Finanzierung - eine Form der „nicht öffentlichen“ bzw. „privaten“ Finanzierung von Unternehmen mit Eigenkapital. Während sich die Kapitalaufnahme beim gegensätzlichen Public Equity i.d.R. über die Ausgabe von Aktien an öffentlich zugänglichen Kapitalmärkten vollzieht, wird bei einer Private Equity Finanzierung das Kapital vorrangig von Banken, Versicherungen und Pensionsfonds ohne Zwischenschaltung eines öffentlichen Kapitalmarkts zur Verfügung gestellt. Das Kapital der Geldgeber wird dazu in einen Private Equity Fonds eingezahlt, der von spezialisierten Kapitalbeteiligungsgesellschaften verwaltet wird und dessen Mittel den zu finanzierenden Unternehmen gegen die Ausgabe von Anteilsscheinen zur Verfügung gestellt wird. Der Gewinn des Private Equity Fonds resultiert aus dem späteren erfolgreichen Verkauf der Anteilsscheine z.B. infolge eines Börsengangs.

Im Rahmen seines Vortrags ging Kai Brandes insbesondere auf den Spezialfall einer Private Equity Finanzierung etablierter Unternehmen im Krisenfall ein. Die Krisenphasen unterteilen sich nach ihrem zeitlichen Verlauf in vier Kategorien. Auf die Strategische Krise (1), bei der fehlendes Wachstum, fallende Gewinne und der Verlust von Marktanteilen die Krisenursachen darstellen, folgt die Ergebniskrise (2), die von negativen Umsatzrenditen und einer nicht wettbewerbsfähigen Produktivität gekennzeichnet ist. Die Liquiditätskrise (3) ist Folge von Problemen bei der Kapitalbeschaffung (z.B. verstärkte Inanspruchnahme von Lieferantenkrediten). Die Phase der Insolvenz (4) tritt ein, sofern das Unternehmen zahlungsunfähig wird, also seine Zahlungsverpflichtungen gegenüber den Gläubigern nicht mehr erfüllen kann. Für eine erfolgreiche Sanierung dieser Krisenunternehmen, welche i.d.R. eine geringe oder sogar negative Eigenkapitalausstattung aufweisen, ist neben frischer Liquidität, die von Capital Management-Partners für eine operative Restrukturierung und weiteres Wachstum zur Verfügung gestellt wird, eine Einigung mit allen Stakeholdern des Beteiligungsunternehmens unerlässlich. Nur wenn z.B. Gläubiger zum teilweisen oder vollständigen Verzicht auf bestehende Forderungen (z.B. Forderungen der Lieferanten) bereit sind und Lohn- sowie Gehaltskürzungen durchgesetzt werden können oder Altgesellschafter auf Tilgungen ihrer Gesellschafterdarlehen verzichten, kann das Unternehmen wieder erfolgreich aufgebaut werden und folglich eine Wertsteigerung des vom Investor eingesetzten Kapitals bei Veräußerung der Unternehmensanteile erzielt werden. Die einzelnen Aufgaben und Herausforderungen innerhalb der verschiedenen Phasen ergänzte Kai Brandes jeweils um einschlägige Fallbeispiele, die dem Zuhörer in anschaulicher Form den genauen Ablauf sowie den hohen Analyse- und Verhandlungsaufwand einer Private Equity-Beteiligung im Krisenfall vermitteln konnten.

Im Anschluss an den Vortrag hatten die Studierenden und Gäste – wie beim Finanzen und Banken-Kolloquium gewohnt - im Rahmen eines Umtrunks die Gelegenheit, die am Ende des Vortrags begonnene fachliche Diskussion in angenehmer Atmosphäre fortzuführen.

Die Unternehmensanleihe - eine alternative Finanzierungsform für den Mittelstand (16.1.2013)Einklappen

Gastdozent: Christopher Schütz, Bereichsleiter Primärmarkt Stuttgart.

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Eine besondere Aufmerksamkeit haben in den letzten Jahren die Mittelstandssegmente für Unternehmensanleihen an verschiedenen Börsenplätzen in Deutschland erfahren. Nach dem erfolgreichen Start des Anleihensegments bondm der Börse Stuttgart im zweiten Quartal 2010 haben die Börsen Düsseldorf, Frankfurt, München und Hamburg-Hannover ebenfalls spezielle Segmente für die Emission von Mittelstandsanleihen eröffnet. Mit diesen Segmenten verbunden ist die Hoffnung, größere Mittelständler für den Kapitalmarkt zu öffnen. Die Mindestemissionsvolumina betragen je nach Handelsplatz 10 bis 30 Mio. EUR, verlangt werden unter anderem die Veröffentlichung eines Wertpapierprospekts sowie ein Unternehmens-Rating.

Über diese neue Finanzierungsform informierte Christopher Schütz, Bereichsleiter Primärmarkt der Börse Stuttgart im Bayreuther Finanzen und Banken-Kolloquium eine große Zuhörerschaft von Studierenden und Praxisvertretern am 16. Januar 2013 im Audimax der Universität.

Die Börse Stuttgart nimmt eine führende Stellung im Anleihenhandel in Deutschland ein. Christopher Schütz stellt dar, dass neue Bankenaufsichtsanforderungen signifikante Auswirkungen auf Finanzierungs- und Investorenstrukturen haben werden. Unternehmen werden sich stärker in Richtung Kapitalmarkt orientieren müssen. Unternehmen der oberen Umsatzgrößenklassen beginnen zu reagieren. Nachdem Industriekonzerne schon viele Jahre emittieren, kommen Unternehmensanleihen jetzt auch im Mittelstand an. Unternehmen sehen dabei nicht nur die klassischen Finanzierungsziele der Unabhängigkeit von Banken, der Sicherung der Liquidität, der Finanzierungssicherheit und des Erhalts der wirtschaftlichen Selbstständigkeit, sondern auch einen Reputationszuwachs und die Schaffung einer weiteren Kommunikationsplattform. Insbesondere der Einbezug von Privatanlegern wird grundsätzlich positiv eingeschätzt.

Ausführlich beschreibt Christopher Schütz den institutionellen Rahmen des Marktes für Mittelstandsanleihen an der Stuttgarter Börse. „Bondm“ ist ein öffentlich-rechtlich überwachtes Handelssegment für Anleihen mittelständischer Unternehmen im Freiverkehr der Börse Stuttgart. Eine wichtige Rolle kommt dem sog. „Bondm Coach“ als „Navigator“ für emissionswillige Unternehmen zu. Zahlreiche Services für Emittenten und Investoren sollen den weiteren Markterfolg sicherstellen. Seit September 2010 verzeichnet „Bondm“ im Übrigen rund 27 Erst- und Folgeemissionen.

Christopher Schütz stellt noch einige Beispiele und eine Fallstudie vor, an denen nicht nur die Emissionsdaten, sondern auch charakteristische Merkmale der Ordergrößen, der ordernden Banken wie auch des gesamten Emissionsprozesses deutlich gemacht werden. Dass der Referent das Interesse der Zuhörer getroffen hat, belegen die sich anschließend ergebenden zahlreichen Fragen und die engagierte Diskussion.

MiFID II: Hexengebräu? Ein Überblick (20.12.2011) Einklappen

Gastdozent: WP Ass. jur. Martina Rangol, Senior Manager, PricewaterhouseCoopers AG.

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Die EU-Finanzmarktrichtlinie (Markets in Financial Instruments Directive, kurz: MiFID) gilt als eines der bedeutendsten europäischen Kapitalmarktregelungswerke der vergangenen Jahre. Sie regelt und harmonisiert die Bedingungen für den Wertpapierhandel europaweit und trägt maßgeblich zur Integration des europäischen Finanzmarktes bei. Am 20.10.2011 hat die EU-Kommission nun Vorschläge für eine weitergehende Regulierung von Finanzmärkten und Wert-papierdienstleistungen vorgelegt, die mit einer Überarbeitung der MiFID einhergehen.


Über das unverändert bleibende Grundgerüst und eben die doch umfangreichen Weiterentwick-lungen der MiFID hin zur „MiFID II“ hat Martina Rangol, Senior Manager bei Pricewaterhouse-Coopers, im Bayreuther Finanzen und Banken-Kolloquium eine große Zuhörerschaft von Stu-dierenden, Praxisvertretern und Mitgliedern der Bayreuther Forschungsstelle für Bankrecht und Bankpolitik am 20. Dezember 2011, also quasi als „Vorweihnachtsgeschenk“, informiert.

Die Notwendigkeiten zur Anpassung des Regelwerks führt Martinga Rangol zurück auf die schnelle Weiterentwicklung der Finanzprodukte und der technischen Möglichkeiten und Neue-rungen gerade auch im Wertpapierhandel, auf die zunehmende Marktfragmentierung und damit einhergehende Komplexität beispielsweise bei der Konsolidierung und Veröffentlichung von Handelsdaten und nicht zuletzt auf die lehren aus der internationalen Finanz- und Bankenkrise. So hat die Krise unter anderem Schwächen der Regulierung und Lücken der Überwachung des Handels an außerbörslichen (Over the Counter OtC-) Märkten aufgedeckt.

Die Übersicht des beeindruckend vielfältigen „Regelungsbaukastens“ verbindet die Referentin mit einer kritischen Diskussion der möglichen Auswirkungen auf die Finanzmarktteilnehmer. Sie identifiziert zentrale Auswirkungen im Bereich des Handels mit Finanzinstrumenten, im Bereich der der Geschäftsbeziehungen zu Kunden und Märkten im Bereich der OtC-Derivate, Notwen-digkeiten zur Schulung bzw. Sensibilisierung der Mitarbeiter der Handelsabteilung in Bezug auf Compliance und benennt deutliche Auswirkungen für den Bereich des Anlegerschutzes. Zum Schluss ihrer Vortrags gibt Martina Rangol noch einen Ausblick auf die erwarteten Kosten der Umstellung der Systeme auf die MiFID II-Anforderungen.

In einem weiteren Vortrags-Part stellt WP StB Hans Struwe, Partner Financial Services, den studentischen Zuhörern das Unternehmen PwC vor und informiert über Praktika und die gerade zur Zeit ganz hervorragenden Einstiegschancen. PwC ist eine der führenden Wirtschaftsprü-fungs- und Beratungsgesellschaften, in Deutschland erwirtschaften über 8.700 Mitarbeiter an 28 Standorten in den Bereichen Wirtschaftsprüfung und prüfungsnahe Dienstleistungen (As-surance), Steuerberatung (Tax) sowie in den Bereichen Deals und Consulting (Advisory) einen Umsatz von rund 1,3 Milliarden Euro. Im internationalen Netzwerk von PwC arbeiten über 160.000 Mitarbeitern in 154 Ländern.

Aktuelle ordnungspolitische Herausforderungen für die Kreditwirtschaft (15.7.2010)Einklappen

Gastdozent: Herr Uwe Fröhlich, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), Berlin.

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Uwe Fröhlich war am 15. Juli 2010 prominenter Redner im Bayreuther Finanzen und Banken-Kolloquium. Als Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken BVR in Berlin spricht er für den genossenschaftlichen FinanzVerbund, mithin also für die 1.156 Volksbanken, Raiffeisenbanken, Sparda-Banken, PSD Banken und sonstigen Kreditgenossenschaften, die DZ Bank Gruppe, die WGZ Bank Gruppe und die Münchener Hypothekenbank eG.

Dementsprechend groß war das Interesse an seinem Vortrag: Im voll besetzten Audimax konnte der veranstaltende Lehrstuhl BWL I: Finanzen und Banken von Prof. Dr. Klaus Schäfer nicht nur zahlreiche Studierende wirtschaftswissenschaftlicher Fachrichtungen, sondern auch Vorstände der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Oberfranken, den Präsidenten des Deutschen Raiffeisenverbandes Manfred Nüssel und den stellvertretenden Vorsitzenden des Bayerischen Genossenschaftsverbandes WP/StB Erhard Gschrey begrüßen.

In einem Vortrag unter dem Thema „Aktuelle industriepolitische Herausforderungen für die Kreditwirtschaft“ zeigte Uwe Fröhlich, dass die Kreditgenossenschaften in Deutschland 2009 sowohl im Kreditgeschäft als auch bei den Einlagen Marktanteile gewonnen haben. Bei der Kreditvergabe an Gewerbekunden kommt mittlerweile jeder vierte Euro von den Kreditgenossenschaften. Die Zahl der Mitarbeiter im FinanzVerbund ist mit 186.719 Mitarbeitern leicht gestiegen. Sehr kritisch beurteilte Uwe Fröhlich die geplanten regulatorischen Entwicklungen, die teilweise nicht fair und verursachergerecht seien. Mit den Vorschlägen zur Änderung der europäischen Einlagensicherungsrichtlinie ist die Befürchtung verbunden, dass eine Institutssicherung, wie sie der genossenschaftliche FinanzVerbund seit jeher bietet, faktisch nur als Ergänzung vorgesehen. Die Bankenabgabe in ihrer jetzigen Ausgestaltung ist aus Sicht von Fröhlich innerhalb des Bankensektors nicht ausbalanciert.

Lehren aus der Finanzmarktkrise: Was bleibt? Was kommt? (25.11.2009)Einklappen

Gastdozent: Herr Rolf Friedhofen, Mitglied des Vorstands der HypoVereinsbank - UniCredit Group, München.

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Rolf Friedhofen war am 25. November 2009 prominenter Redner im Bayreuther Finanzen und Banken-Kolloquium. Rolf Friedhofen ist als Chief Financial Officer bei der HypoVereinsbank in München zuständig für die Bereiche Planning und Controlling, Rechnungswesen, Anteilsbesitz und Beteiligungen, Steuern, Investor Relations sowie Asset / Liability Management. Seit Beginn des Jahres 2009 ist er zudem Vorstandsmitglied des Bayerischen Bankenverbandes. Vor seiner Tätigkeit bei der HypoVereinsbank war er unter anderem Partner bei KPMG und bei PricewaterhouseCoopers PwC.

In einem Impulsvortrag unter dem Thema „Lehren aus der Finanzmarktkrise: Was bleibt? Was kommt?“ hat Rolf Friedhofen deutlich gemacht, dass eine genaue Ursachenanalyse der Krise notwendig ist, um die richtigen Konsequenzen zu ziehen. Dazu hat er die vielfältigen Ursachen der Krise benannt und die Rolle der Banken, der Politik, der Ratingagenturen, der Aufsicht, der Bilanzierung, der Zentralbanken und der Gesellschaft skizziert. Die Lehren aus den extremen Verwerfungen an den Finanzmärkten münden mittlerweile in Elemente einer neuen Finanzmarktarchitektur und in zu beobachtende Änderungen in der Bankenbranche. Dass Rolf Friedhofen mit seinem Thema die Studenten und auch zahlreichen externen Gäste im gut besetzten Audimax begeistern konnte, zeigte auch die sich anschließende angeregte Diskussion. Nachgefragt wurde unter anderem zu den Themen Staatsverschuldung, Bankenrettung, die Rolle von Hedge Funds, die angestrebte internationale Bankenaufsicht sowie die aus der vorhandenden hohen Liquidität an den Märkten resultierenden Gefahren neuer Blasen an den Finanzmärkten.

Einmal Börse und zurück (19.5.2009)Einklappen

Gastdozent: Herr Robert Haselsteiner, Gründer und Mitglied des Vorstands der Interhyp AG, München.

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Im Sommersemester 2009 war Robert Haselsteiner Gast und Redner im Finanzen und Banken-Kolloquium. Robert Haselsteiner ist Gründer und Vorstand der Interhyp AG. Die Interhyp AG ist Deutschlands führender Vermittler für private Baufinanzierungen und ermittelt aus den Angeboten von über 100 Banken, Sparkassen und Bausparkassen maßgeschneiderte Finanzierungslösungen für den Immobilienerwerb.

In seinem spannenden Vortrag „Einmal Börse und zurück: Die Interhyp-Story aus Corporate Finance-Sicht“ konnte Robert Haselsteiner den überwiegend studentischen Zuhörern die vielfältigen Aspekte der kapitalmarktorientierten Unternehmensfinanzierung sozusagen in „Fallstudienform“ präsentieren. Die Interhyp AG wurde von Robert Haselsteiner und Marcus Wolsdorf im Jahr 1999 gegründet und unter anderem von den Venture Capital-Gesellschaften Earlybird und 3i über zwei Finanzierungsrunden begleitet. Der Exit erfolgte 2005 über den Gang an die Börse, an den Primary Standard in Frankfurt. Dem Going Public folgte schon bald der Going Private: Am 25. Mai 2008 hat die ING Direct N. V. ein Übernahmeangebot gemacht. Im Oktober wurde der Squeeze-Out Anteil erreicht und ein entsprechender Antrag gestellt.

Robert Haselsteiner war nach seinem Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien (und vor seinen „Gründerjahren“) längere Zeit im Investment Banking bei Salomon Brothers Inc. sowie Goldman, Sachs & Co. tätig.

Exchange Traded Funds im Fokus der aktuellen Finanzkrise (9.12.2008)Einklappen

Gastdozent: Herr Dr. Dirk Klee, Vorstandsvorsitzender Barclays Global Investors (Deutschland) AG.

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Exchange Traded Funds, d.h. börsengehandelte Indexfonds, sind der große Gewinner der Finanzkrise. Es sind vor allem institutionelle Anleger, die ihre Asset Allocation mit Hilfe von Exchange Traded Funds umsetzen. Während diese Anleger Mittel im großen Volumen aus Publikumsfonds abziehen, vermelden Exchange Traded Funds Rekordzuflüsse.

Dr. Dirk Klee begründet diese Entwicklung mit der einfachen und transparenten Struktur börsengehandelter Indexfonds. Deren Risiken sind für den Anleger gut zu durchschauen: Mit quasi einer einzigen Transaktion erwirbt er ein diversifiziertes Portfolio, hat kein Emittentenrisiko zu tragen, kann aufgrund der hohen Marktliquidität schnell reagieren und genießt ein im Vergleich zu aktiv verwalteten Investmentfonds deutlich niedrigeres Kostenniveau. Diese Merkmale, die dahinter stehenden Replikationsstrategien und Handelsmechanismen sowie Zukunftsperspektiven hat Dr. Dirk Klee in seinem Gastvortrag „Exchange Traded Funds im Fokus der aktuellen Finanzkrise“ im Finanzen und Banken-Kolloquium des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre I: Finanzwirtschaft und Bankbetriebslehre (Prof. Dr. Klaus Schäfer) am 9. Dezember im gut gefüllten Hörssal H 21 analysiert und zur Diskussion gestellt.

Dr. Dirk Klee war nach seiner Promotion zum Doktor der Rechtswissenschaften an der Universität Mainz und dem Master of Laws (LL.M.) an der London School of Economics and Political Science unter anderem bei der Allianz-Konzerntochter PIMCO verantwortlich für Produktentwicklung und Vertrieb in Deutschland und Österreich sowie seit 2005 Mitglied der Geschäftsführung bei Allianz Global Investors. Seit April 2008 ist er Vorstandsvorsitzender der Barclays Global Investors (Deutschland) AG. Barclays Global Investors BGI ist der weltweit größte institutionelle Asset Manager. Mit dem Markennamen iShares ist BGI Weltmarktführer bei Exchange Traded Funds.

Portfoliomanagement in der Praxis: Gewinnen mit Strategie und Disziplin (18.11.2008)Einklappen

Gastdozent: Herr Oliver N. Hagedorn, Vorstand avesco Financial Services AG.

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Die Vorträge zu Finanzen und Banken des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre I: Finanzwirtschaft und Bankbetriebslehre in Zusammenarbeit mit der Forschungsstelle für Bankrecht und Bankpolitik behandeln im Wintersemester 2008-09 Themen des Asset Managements. Im ersten FIBA-Kolloquium des Semesters am 18. November hat Oliver N. Hagedorn, Vorstand der avesco Financial Services AG, über „Portfoliomanagement in der Praxis: Gewinnen mit Strategie und Disziplin“ referiert.

Die avesco Financial Services AG wurde 1999 mit Sitz in Berlin gegründet. Ihr Dienstleistungsspektrum reicht von der Investmentberatung über das Depot- und ganzheitliche Vermögensmanagement für alle Vermögensklassen bis hin zur Vermögensnachfolgeplanung. 2007 und 2008 belegt avesco im sogenannten Fuchsreport jeweils den ersten Platz in der Kategorie „Bester unabhängiger Vermögensmanager im deutschsprachigen Raum“.

Oliver Hagedorn zeigt in seinem Vortrag – unter anderem anhand des bisherigen Verlaufs der globalen Finanzkrise – wie wichtig die konsequente Umsetzung strategischer Elemente der Vermögensplanung ist. Vor den mehr als 130 überwiegend studentischen Zuhörern gibt er einen Einblick in alle Phasen des praktischen Portfoliomanagements und hebt dabei die Bedeutung der Analyse der Anlegerpräferenzen hervor. Er skizziert auch die quantitative Basis des Anlageentscheidungsprozesses der avesco Financial Services AG. Bei der Konzeption der Anlegerportefeuilles werden Analysen auf einer umfassenden Fondsdatenbank fundiert und portefeuilletheoretische Erkenntnisse der Risikodiversifikation genutzt. 

Börsengang der AGO AG - ein Erfahrungsbericht (23.1.2008)Einklappen

Gastdozent: Herr Hans Ulrich Gruber, Vorstand AGO AG Energie + Anlagen.

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Hans Ulrich Gruber ist Vorstand der AGO AG Energie + Anlagen, eines Energiedienstleisters, Projektentwicklers und Anlagenbetreibers mit Sitz in Kulmbach. Nach einer rund 25jährigen Unternehmenshistorie hat sich die ehemalige M+W Zander Energie + Anlagen GmbH im Jahr 2006 dazu entschlossen, zur Umsetzung ihrer Rentabilitätsziele die Geschäftsfelder Industriecontracting und Biomasseheizkraftwerke zu intensivieren und das zukünftige unternehmerische Wachstum auch über die Börse zu finanzieren. In seinem spannenden Vortrag "IPO der AGO AG: Ein Erfahrungsbericht" im FIBA-Kolloquium am 23. Januar hat er den Weg von dem Moment der Entscheidung für den Börsengang (IPO Initial Public Offering) bis hin zur ersten Börsennotiz dargestellt. Der enge Zeitplan des "Projekts Börsengang" von nur sechs Monaten und die Vielzahl der zu erfüllenden Aufgaben sind von einem mittelständischen Unternehmen, das typscherweise nur über wenig Personal mit den erforderlichen spezifischen Kenntnissen verfügt, nur unter großen Anstrengungen zu erfüllen.

Sehr anschaulich kann Hans Ulrich Gruber den rund 250 Zuhörern die Arbeit mit den emissionsbegleitenden Banken, Wirtschaftsprüfern, Rechtsanwälten, der Aufsichtsbehörde und der Börse sowie den Medien darstellen. Nach Business Plan-Erstellung, Konsortiumsauswahl und Entscheidungen für den Börsenplatz erfordert insbesondere der Wertpapierverkaufsprospekt vom Unternehmen erhebliche Anstrengungen. Mit dessen Fertigstellung wurde unmittelbar das erarbeitete Marketing-Konzept umgesetzt und das Unternehmen auf der "Roadshow" unter anderem in London, Paris, Zürich, Frankfurt und Stuttgart präsentiert. Der erste greifbare Erfolg war die 2,8fache Überzeichnung des Angebots und die Preisfestlegung am oberen Ende der Preisspanne. Mit der ersten Börsennotiz am Entry Standard der Frankfurter Wertpapierbörse am 28. Juni 2007 enden natürlich nicht die durch die Kapitalmarktpräsenz gestiegenen Transparenzanforderungen. Hans Ulrich Gruber schließt seinen Vortrag mit der Darstellung der unternehmerischen Investor Relations-Maßnahmen und skizziert Überlegungen für eine weitere Inanspruchnahme des Kapitalmarktes durch Kapitalerhöhungen und die möglichen Chancen bei einem Wechsel des Börsensegments. 

M:access - Das Börsensegment für den Mittelstand (16.1.2008)Einklappen

Gastdozent: Herr Dr. Marc Feiler, Leiter Wertpapierzulassung der Börse München.

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Am 16. Januar 2008 war Dr. Marc Feiler, Rechtsanwalt und Justiziar der Börse München, zu Gast. Dr. Feiler ist Leiter der Wertpapierzulassung und hat federführend die Konzeption und Umsetzung eines Marktsegmentes mitgestaltet, das sich speziell an mittelständische Unternehmen richtet. In seinem Vortrag "M:access: Das Börsensegment für den Mittelstand" hat er zunächst die Börse München und deren Träger, die bayerische Börse AG, in die deutsche Börsenlandschaft eingeordnet. Mit 752 gehandelten deutschen Aktien, 4.028 ausländischen Aktien, 2.428 handelbaren Rentenwerten und 2.596 Fonds ist sie die drittgrößte deutsche Präsenzbörse. Das im Frühjahr 2005 gegründete Mittelstandssegement ist ein wichtiges strategisches Element der zukünftigen Positionierung der Münchner Börse. Motiviert war dessen Einführung durch die Beobachtung, dass sich deutschen Mittelständlern keine Emissionsplattform in Europa bietet und mit dem Zusammenbruch des Frankfurter Neuen Marktes der Bedarf nach alternativen Eintrittssegmenten laut wurde.

In den Mittelpunkt seiner weiteren Ausführungen stellt Dr. Feiler insbesondere die Ausgestaltung der börsenrechtlichen Rahmenbedingungen von M:access. Er hebt hervor, dass sich die EU-Kapitalmarktgesetzgebung zunehmend an Großunternehmen orientiert und der Freiverkehr deshalb für Mittelstandsbetriebe an Attraktivität gewinnt. Die Börse München bietet eine Abstimmung der Zulassungsvoraussetzungen und -folgepflichten auf die Bedürfnisse des Mittelstandes und unterstützt durch ihre Dienstleistungen gleichzeitig das Ziel, den Anlegern ein erhöhtes Maß an Transparenz und Sicherheit zu bieten. Abschließend stellt er in Fallstudien einige der mittlerweile 23 Emittenten mit einer gesamten Marktkapitalisierung von 1,5 Mrd. EUR vor. 

Computional Finance - Informationseffizienz in Echtzeit (11.12.2007)Einklappen

Gastdozent: Herr Dr. Alexis Eisenhofer, Vorstand financial.com AG und Geschäftsführender Gesellschafter ATACAMA Capital GmbH.

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Dr. Alexis Eisenhofer war am 11. Dezember 2007 Gast im Bayreuther FIBA-Kolloquium organisiert vom Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre I: Finanzwirtschaft und Bankbetriebslehre in Zusammenarbeit mit der Forschungsstelle für Bankrecht und Bankpolitik. Kern seines Vortrags „Computational Finance – Informationseffizienz in Echtzeit“ waren sogenannte Algorithmic Trading-Strategien. Im Algorithmic Trading werden Strategien der Vermögensanlage, d.h. der Kauf und Verkauf von Wertpapieren, unmittelbar und automatisch „durch den Computer“ umgesetzt. Grundlegend für die Anlageentscheidungen sind dabei quantitative, auf Modellen der Kapitalmarkttheorie beruhende Kalküle, die an vielen Stellen um empirische, technische und verhaltensorientierte Erkenntnisse der Finanzanalyse erweitert sind. Die enorm gestiegene Prozessorleistung ermöglicht heutzutage die Umsetzung solch komplexer Algorithmen und die Verarbeitung einer Fülle potenziell kursrelevanter Informationen innerhalb kürzester Zeit. Zentral ist dabei ein schneller, zuverlässiger Handel, da der Zeitraum für Gewinne aus den Algorithmen oft nur wenige Sekunden besteht, schließlich beobachten wir an den hochliquiden Märkten eine hohe Informationseffizienz. Die schnellsten Wertpapieraufträge brauchen vom Auftraggeber zur Börse und wieder zurück derzeit 4 Millisekunden, durchschnittlich sind es 15 Millisekunden.

Börsenbetreiber werben gezielt um Algorithmic Trader, da diese eine hohe Liquidität in den Markt bringen. Die Deutsche Börse AG plant, den algorithmischen Händlern weitergehende Informationen über die Struktur der Orderbücher zu geben. Die Erkenntnisse aus der Struktur und Volumina der Kauf- und Verkaufsgebote können dann wiederum in die Konzeption und Entscheidungsstränge der Algorithmen einfließen. Dr. Eisenhofer ging abschließend auch auf die Gefahr systemischer Risiken durch quantitative Strategien ein. So kann ein systemisches Risiko entstehen, wenn viele, große Marktteilnehmer die gleichen Strategieelemente automatisiert umsetzen.

Dr. Eisenhofer hat in München über die Optimierung von Portfolios bei langfristigem Zeithorizont promoviert. Er ist Vorstand der financial.com AG, einem 1999 gegründeten und stark wachsenden Finanzdatenanbieter mit enger Kooperationsanbindung an Reuters Ltd. Seit 2004 ist er ebenfalls Gesellschafter und Prokurist des auf quantitative Aktienselektionsstrategien spezialisierten Vermögensverwalters ATACAMA Capital GmbH und hat schließlich 2005 als Vorstand das Netzwerk Münchner Finance Forum e.V. etabliert.

Ökonomische Analyse des Gesellschafterdarlehens (26.6.2007)Einklappen

Gastdozent: Herr Prof. Dr. Bernd Rudolph, Vorstand des Instituts für Kapitalmarktforschung und Finanzierung an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

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Am 26. Juni 2007 referierte Prof. Dr. Bernd Rudolph, der zu den profiliertesten Fachvertretern der Unternehmensfinanzierung, der Kapitalmarkttheorie und des Risikomanagements in Deutschland zählt, im Rahmen des zweiten FIBA-Kolloquiums im Sommersemester 2007. Nach Promotion und Habilitation an der Universität Bonn war er von 1979 bis 1993 Inhaber des Lehrstuhls für Kreditwirtschaft und Finanzierung an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main und dort 1992 bis 1999 Direktor des Instituts für Kapitalmarktforschung / Center for Financial Studies. Seit 1993 ist er Universitätsprofessor an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Vorstand des Instituts für Kapitalmarktforschung und Finanzierung. Er ist unter anderem Fachgutachter für Betriebswirtschaftslehre der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats des Instituts für Bankhistorische Forschung in Frankfurt am Main, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats des Deutschen Aktieninstituts, Mitglied des Verwaltungsrats des Münchner ifo-Instituts und stellvertretender Vorsitzender des Vereins für Socialpolitik. Er ist Herausgeber der Schriftenreihe Risikomanagement und Finanzcontrolling, Mitherausgeber der Studien zur Kredit- und Finanzwirtschaft sowie der Schriften zur quantitativen Betriebswirtschaftlehre, Mitherausgeber der Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen und geschäftsführender Herausgeber der Zeitschrift Kredit und Kapital.

In seinem Vortrag über die "Ökonomische Analyse des Gesellschafterdarlehens" stellt Prof. Dr. Rudolph die Notwendigkeit für einen besonderen gesetzlichen Schutz durch ein Eigenkapitalersatzrecht in Frage. Das Eigenkapitalersatzrecht beschreibt die Rechtsauffassung, dass Leistungen eines Gesellschafters so z. B. ein Gesellschafterdarlehen u. a. wie eine "kapitalersetzende Einlage" behandelt werden. Hat bspw. der Gesellschafter einer GmbH in der Krise ein Darlehen, eine äquivalente Leistung wie die Überlassung von Räumlichkeiten gegen Miete oder einem ein Darlehen gebenden Dritten eine Sicherheit gewährt oder stehengelassen, so werden diese in Quasi-Eigenkapital umqualifiziert, das in der Krise nicht abgezogen werden darf und in der Insolvenz nicht an der Quote teilnimmt.

Prof. Dr. Rudolph argumentiert dagegen unter einer ökonomischen Sichtweise, dass Regelungen zum Eigenkapitalersatzrecht weder notwendige noch hinreichende Bedingungen für einen effizienten Gläubigerschutz darstellen. Vielmehr kommt es zu Risikoumverteilungen und Reichstumsverschiebungen, die kontraproduktiv wirken, da sie die Anreize zur Durchführung kapitalwertpositiver Investitionen vernichten. Die Regelungen über eigenkapitalersetzende Gesellschafterdarlehen setzen daher an der falschen Stellschraube an. Für die für 2007 geplante Reform des GmbH-Gesetzes schlägt er vor, dass nicht die Regulierung der Form der Mittelbereitstellung im Vordergrund stehen sollte, sondern allenfalls die Begrenzung des Risikogehalts der Investition neu zufließender Mittel.

Die Studierenden und Gäste hatten anschließend im Rahmen eines Umtrunks am Hörsaal H 21 die Gelegenheit, die begonnene Diskussion mit Prof. Rudolph und den Mitgliedern der Forschungsstelle für Bankrecht und Bankpolitik in angenehmer Atmosphäre fortzuführen.

Private versus Public Equity (18.6.2007)Einklappen

Gastdozent: Herr Prof. Dr. Rüdiger von Rosen, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied Deutsches Aktieninstitut e.V.

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Prof. Dr. Rüdiger von Rosen war am 18. Juni 2007 Gast im Bayreuther FIBA-Kolloquium des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre I: Finanzwirtschaft und Bankbetriebslehre von Prof. Dr. Klaus Schäfer. Nach Stationen bei der Deutschen Bundesbank, als Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Wertpapierbörsen und als Sprecher des Vorstands der Deutsche Börse AG ist Prof. Dr. von Rosen seit 1995 Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Aktieninstituts DAI e.V. und damit seit vielen Jahren einer der ranghöchsten Vertreter der Interessen des Finanzplatzes Deutschland. Die Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt hat ihn zum Honorarprofessor ernannt.

In seinem Vortrag "Private versus Public Equity - Wettbewerb oder Ergänzung?" stellt Prof. Dr. von Rosen die Frage nach dem Verhältnis von außerbörslichen zu börslichen Finanzierungen. Private Equity dient als Oberbegriff für alle zeitlich befristeten Eigenkapitalanlagen und wird in Deutschland oft gleichgesetzt mit Venture Capital. Dieses Segment der Finanzierung von Gründungs- und besonderen Wachstumsphasen von Unternehmen hat volkswirtschaftlich auch in Deutschland erheblich an Bedeutung gewonnen. So hat sich das Volumen deutscher Beteiligungsfonds von 1996 bis 2006 versechsfacht. Im europäischen Vergleich nimmt Deutschland dennoch nur einen Platz im unteren Mittelfeld ein, gemessen am relativen Private Equity-Volumen in Prozent vom BIP. Gleichzeitig werden in der breiten Öffentlichkeit die Verhaltensweisen von Private Equity-Investoren recht kritisch gesehen. Beklagt werden insbesondere eine mangelnde Transparenz und der starke Einfluss von Private Equity-Investoren auf die Unternehmensstrategie verbunden mit einem womöglich kurzfristigen Zeithorizont.

Prof. Dr. von Rosen geht vor den über 100 Studierenden ausführlich auf diese aktuellen Diskussionen und Vorwürfe ein. Er bedauert Pauschalverurteilungen und den Trend zur Überregulierung, kann er doch anhand von Studien zeigen, dass innovative Unternehmen erfolgreicher sind und mehr Arbeitsplätze schaffen, wenn sie unter anderem mit Private Equity finanziert werden. Auch das Public Equity profitiert letztlich vom Private Equity, da Beteiligungsgesellschaften im Rahmen ihrer Exit-Strategie Unternehmen bevorzugt an die Börse bringen. Auch das Going Private lässt sich oft nur mit der Unterstützung von Beteiligungsgesellschaften umsetzen. Dem Wunsch nach mehr Transparenz folgend empfiehlt Prof. Dr. von Rosen der Private Equity-Industrie Maßnahmen der Selbstregulierung, wie sie bspw. mit einem aussagefähigen Kodex erreicht werden können.

Dezentrales Unternehmertum im Bankgeschäft (11.1.2007)Einklappen

Gastdozent: Herr Dr. Christopher Pleister, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken BVR.

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Dr. Christopher Pleister, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken BVR, referierte am 11. Januar 2007 über "Dezentrales Unternehmertum im Bankgeschäft". Neben den 130 Studierenden konnten rund 60 Vorstände und Direktoren von Volksbanken und Raiffeisenbanken in Oberfranken an der Universität Bayreuth begrüßt werden.

Das BVR vertritt als Spitzenverband der genossenschaftlichen Kreditwirtschaft in Deutschland bundesweit und international die Interessen seiner rund 1.400 Mitgliederinstitute. Innerhalb der genossenschaftlichen Bankengruppe koordiniert und entwickelt der BVR die gemeinsame Strategie der Volksbanken und Raiffeisenbanken. Er berät und unterstützt seine Mitglieder in rechtlichen, steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Fragen. Beim BVR ist zudem die Sicherungseinrichtung des genossenschaftlichen FinanzVerbundes - das älteste Banken-Sicherungssystem Deutschlands - angesiedelt.

In seinem Vortrag entwickelte Dr. Pleister einige Thesen zu den strategischen Herausforderungen jeder Genossenschaftsbank vor dem Hintergrund makroökonomischer Entwicklungen sowie Veränderungen des Wettbewerbsumfeldes und präsentierte dem Plenum das Geschäftsmodell des genossenschaftlichen FinanzVerbundes. Die sich anschließende Diskussion griff insbesondere die "Genossenschaftsstrategie" in Relation zur gesellschaftlichen Verantwortung von Kreditinstituten auf und nahm schließlich auch Bezug auf die sich verändernden Anforderungen der Bankenaufsicht. Die Diskussion konnte beim anschließenden Empfang am Hörsaal H 21 fortgesetzt werden. Der Empfang wurde großzügig unterstützt von den VR Banken in Oberfranken.

Der Kolloquiumstermin konnte auf Initiative von Vertretern des Genossenschaftsverbands Bayern und hier insbesondere vorangetrieben durch das große Engangement von Regionaldirektor Friedrich Anton Blaser realisiert werden. Dr. Pleister nutzte darüber hinaus die Gelegenheit seines Besuchs an der Universität Bayreuth auch zu einem ausführlichen Gesprächstermin bei unserem Präsidenten Professor Ruppert.

Behavioral Finance im Asset Management (12.12.2006)Einklappen

Gastdozent: Herr Dr. Conrad Mattern, Vorstand der CONQUEST Investment Advisory AG.

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Das FIBA-Kolloquium wurde am Dienstag, den 12. Dezember 2006 mit einem Vortrag von Dr. Conrad Mattern, Vorstand der CONQUEST Investment Advisory AG, eröffnet. Dr. Mattern, ehemals Leiter der Währungsanalyse einer großen Genossenschaftsbank, Spezialfonds- und Währungsmanager bei einer der größten Kapitalanlagegesellschaften Deutschlands sowie Chef-Volkswirt des Asset Managers der HypoVereinsbank, referierte in seinem Beitrag ""BEHAVIORAL FINANCE IM ASSET MANAGEMENT" über verhaltensorientierte Anlagestrategien in der Vermögensverwaltung. Die CONQUEST Investment Advisory AG berät institutionelle Kunden bei der Konzeption des um Behavioral Finance-Aspekte erweiterten Investmentansatzes. Unter anderem unterstützt Sie die Investmententscheidungen für den kürzlich aufgelegten CONQUEST Behavioral Finance Aktien AMI-Fonds (WKN A0HGZ3).

Im Anschluss an den Vortrag gab es für die über 150 Gäste des Kolloquiums noch reichlich Zeit - im Hörsaal wie auch beim anschließenden Umtrunk - weitere Fragen zusammen mit Dr. Mattern zu erörtern.


Verantwortlich für die Redaktion: Sabine Übelhack

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